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Pickel am Bauch | Nicht unbedingt immer harmlos

Pickel am Bauch | Nicht unbedingt immer harmlos

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sie noch nicht gehabt hat – die lästigen Pickel am Bauch, die mitunter infernalisch jucken und sich sogar entzünden können. Sie treten entweder ausschließlich in der Bauchregion oder im Bauchnabel selbst auf und breiten sich mitunter sogar noch in andere Regionen des Körpers aus. Manchmal schmerzen sie sogar und geben ein wässriges Sekret ab. Harmlose Pickel am Bauch verschwinden meist so schnell wie sie gekommen sind – schon einige Tage später ist der Spuk vorbei. Allerdings gibt es auch Formen von Pickeln und Rötungen, bei denen man besser so schnell wie möglich fachärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Egal, ob die nervtötenden Pickelchen harmlos sind oder nicht – eines sollte man besser nicht tun: sie ausdrücken, so wie man es in seiner Jugend mit den Akne-Pickeln getan hat.

Pickel am Bauch als allergische Reaktion

Unsere zunehmend mit Allergenen belastete Umwelt sorgt dafür, dass wir Menschen immer sensibler auf bestimmte Stoffe reagieren. So kann zum Beispiel ein neu gekauftes und vor dem Anziehen noch nicht gewaschenes Kleidungsstück Pickel am Bauch verursachen. Dasselbe gilt für Unterwäsche, die man mit einem neuen Waschmittel gereinigt hat. Denn die in den Kleidungsstücken enthaltenen Tenside werden vom Schweiß herausgelöst, gelangen auf die Haut und führen dort bei besonders empfindlichen Menschen zu Hautreizungen und sogar Entzündungen. Hat man Pickel am Bauch, so sollte man seine Wäsche nur mit biologischen Waschmitteln reinigen und sie so gründlich wie möglich spülen.

Auch der Knopf der neuen Jeans oder ihr Reißverschluss können Schuld daran sein, dass Pickel am Bauch entstehen: Der saure Schweiß zieht die Nickel-Ionen aus dem Metall und verursacht die Ekzemreaktion. Gegen eine solche Kontaktallergie, unter der mittlerweile jede 10. Frau und jeder 100. Mann leidet, hilft nur, den Kontakt mit dem Allergen zu meiden. Dasselbe gilt natürlich auch für Piercings, denn auch sie können allergische Reaktionen hervorrufen. Andere Auslöser der lästigen Pickelchen sind beispielsweise Hitze, Kälte, Druck, nicht vertragene Lebensmittelinhaltsstoffe (Nahrungsmittelallergien), bestimmte Medikamente, hormonelle Störungen (Schwangerschaft), Spätreaktionen auf einige Wochen zuvor erfolgte Impfungen, Krankheiten, Insekten- und Parasitenstiche sowie Pilzinfektionen.

Pickel am Bauch durch Parasitenstiche und Pilze

Zu juckenden und sich entzündenden Pickeln am Bauch kann es auch durch den Stich von Parasiten wie Flöhen, Bettwanzen und Milben kommen. Stiche von Katzenflöhen hinterlassen charakteristische Spuren auf der Haut (Pickelstraßen) und zeigen so, wo der Floh aktiv war. Bettwanzen lassen ebenfalls „Straßen“ auf dem Körper ihres Opfers zurück. Krätzemilben bohren sich in die Epidermis und bilden dort Gänge, in denen sie ihre Eier und ihren Kot ablegen. Insbesondere die Taillenregion und der Bauchnabel werden besonders gern von diesen Parasiten heimgesucht. Hilfe erhält das gepeinigte Opfer nur in Form von chemischen Salben, die aufgetragen werden und die den Abzug der Parasiten bewirken. Auch Fadenpilze können Pickel am Bauch hervorrufen (Dermatomykose). Sie werden über Hautkontakt übertragen und gelangen in die Hornschicht der Haut, wo sie sich vom Keratin der abgestorbenen Zellen ernähren. Ihre Hyphen besiedeln Hautzellen und führen dort oft zu juckendem Ausschlag und entzündlichen Prozessen. Gegen diese Mykose helfen nur der sofortige Arztbesuch und die Desinfektion der Kleidung.

Hitze Pickel am Bauch

Relativ harmlos sind die bei Babys, Säuglingen und auch Erwachsenen auftretenden Hitzepickel. Sie entstehen, wenn die Schweißdrüsen bei starkem Schwitzen blockieren. Dies ist häufig bei Kleinstkindern der Fall, da bei ihnen die Poren noch nicht vollständig entwickelt sind. Insbesondere bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit treten diese unangenehmen „Juckpöckchen“ gehäuft auf. Damit sich die Kleinen die juckenden Pickel nicht aufkratzen, sollte man sie mit einer Juckreiz mildernden Kortisonsalbe eincremen. Tabletten mit Antihistaminika helfen ebenfalls gut dagegen. In vielen Fällen heilen die lästigen Pickel am Bauch allerdings von ganz allein wieder ab, wenn man das Kind mit weiten Baumwollsachen bekleidet und seine Haut kühlt. Mit den Hitzepickeln nicht zu verwechseln sind die roten Pickel am Bauch, die im Anschluss an das Drei-Tage-Fieber bei Säuglingen auftreten.

Bei Erwachsenen führen harte körperliche Arbeit und sportliche Aktivität sowie die Einnahme bestimmter Arzneimittel wie Betablocker mitunter ebenfalls zum Auftreten von Hitzepickeln: Die Überaktivität blockiert die Poren und der Schweiß kann nicht abfließen.

Pickel am Bauch durch Schwangerschaft

Bedingt durch die hormonelle Umstellung des Körpers kommt es während der Schwangerschaft oft zu Schwangerschafts-Dermatosen. Am häufigsten leiden Schwangere unter dem polymorphen Exanthem mit pruritischen urtikariellen Papeln und Plaques (PUPP). Dieser spezielle Ausschlag, den meist Erstgebärende und Frauen mit Mehrlingsschwangerschaft bekommen, beginnt mit rötlichen juckenden Pickeln am Bauch, die sich auf andere Regionen ausbreiten. Diese gesundheitliche Störung heilt nach der Schwangerschaft völlig aus und ist wahrscheinlich auf fetale Zellen zurückzuführen, die im mütterlichen Körper eine Immunabwehrreaktion auslösen. Auch unter der Schwangerschafts-Prurigo – rötliche, stark juckende Knötchen vor allem am Bauch – leiden viele Frauen. Helfen tun in diesen Fällen meist feuchte Umschläge, UV-Bestrahlung und juckreizlindernde Medikamente (Kortikoidcremes oder kortisonfreie Mittel).

Pickel am Bauch nach Rasur

Auch nach einer Rasur können die lästigen Pickel am Bauch auftreten. Dies liegt daran, dass sich das gekürzte und immer noch im Follikelkanal befindliche Haar tief in die Kanalwand bohrt und die nach der Rasur gereizte Haut mit Entzündungen reagiert. Um Pickel am Bauch nach der Rasur zu verhindern, sollte man sich sofort nach der Rasur eiskalt abduschen. Das verschließt die Poren und verhindert Entzündungen. Zum Rasieren sollte man außerdem Einfachklingen verwenden, die die Haut weniger reizen und die rasierten Stellen mit einer Haut beruhigenden Creme behandeln.

Wann man unbedingt den Arzt aufsuchen sollte

Pickel am Bauch sollte man unbedingt vom Facharzt behandeln lassen, wenn der Ausschlag:

  • plötzlich und heftig auftaucht
  • stark juckt, schmerzt oder anschwillt
  • weitere Beschwerden hinzukommen (Fieber, Übelkeit, Schwitzen, Atembeschwerden, Husten, Lymphknotenschwellungen etc.)
  • sich verändert und ausbreitet
  • auf Hautblutungen hindeutet
  • bei Babys oder Säuglingen auftritt

In allen diesen Fällen muss zuerst die Ursache des Ausschlags abgeklärt und dann mit den entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Fazit

Auch wenn Pickel am Bauch oft auf kein ernsthaftes Krankheitsgeschehen hindeuten, sollte man dennoch vorsichtig sein: Sie können leider auch Symptom einer schwereren Erkrankung (Kinderkrankheit etc.) sein. Um dies auszuschließen, sollte man besser rechtzeitig den Arzt konsultieren.

Detail baby with chicken pox rash © Miroslav Beneda – Fotolia

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