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Akne Inversa

Akne Inversa

Bei Akne Inversa (auch als „Acne inversa“ oder „Acne tetrade“ sowie als „Pyodermia fistulans sinifica“ oder „Hidradenitis suppurativa“ bezeichnet) handelt es sich um eine Hautkrankheit mit Entzündungscharakter. Akne Inversa kann alle Hautregionen betreffen. In der Regel tritt Akne Inversa zu Beginn der Erkrankung in der Genitalzone (vornehmlich bei Männern), in den Achselhöhlen (vornehmlich bei Frauen), im Unterbauchbereich, in der Leistengegend oder in anderen Körperbereichen auf, für die Faltenbildung typisch ist. In diesen Bereichen sorgen hohe Hauttemperatur und -feuchtigkeit für günstige Lebensbedingungen für Bakterien, die mitursächlich für den Krankheitsverlauf sind. Im weiteren Krankheitsverlauf breitet sich Akne Inversa, wenn sie nicht behandelt wird, nicht nur über sämtliche Hautregionen des Betroffenen aus, sondern greift auch das Unterhautfettgewebe an. Im fortgeschrittenen Stadium ist das äußere Krankheitsbild durch großflächige Entzündungen sowie durch zahlreiche Abszesse und auffallende Narbenbildung bestimmt. Fistelbildungen sind ebenfalls häufig zu beobachten.

Die selten diagnostizierte Akne Inversa gehört zu den wenig bekannten und noch nicht abschließend erforschten Krankheiten. In der Hälfte der zumeist bei Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren beginnenden Fälle tritt die Krankheit zusammen mit der so genannten „Pubertätsakne“ (Acne vulgaris) auf. Aber die Krankheit, die öfter bei Frauen als bei Männern festgestellt wird, kann auch noch im hohen Alter erstmals auftreten. Wie viele Menschen tatsächlich an Akne Inversa leiden, ist umstritten. Die Fachwelt geht von einer großen Dunkelziffer aus. Einige Experten vermuten, dass etwa 200.000 bis drei Millionen Deutsche an Akne Inversa leiden.

Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen

Die wissenschaftliche Ursachenforschung in Bezug auf Akne Inversa ist noch nicht allzu weit fortgeschritten. 1839 wurde die Krankheit erstmals beschrieben. In der Vergangenheit wurde fälschlicherweise Schweißdrüsen-Entzündung als einzige Ursache angenommen. Heute wird vor allem die Möglichkeit einer genetischen Veranlagung in Betracht gezogen. Tatsächlich haben an Akne Inversa Leidende oft Eltern oder Großeltern, bei denen die Krankheit ebenfalls aufgetreten ist.

Aber auch Übergewichtigkeit, mangelhafte Ernährung, übermässige Schweißproduktion und Diabetes sowie Stress und Infektionen werden als mögliche Ursachen in Erwägung gezogen. Ferner wird ein Zusammenhang von rheumatischen Problematiken mit dem Auftreten von Akne Inversa vermutet. Ebenso gilt Rauchen als Risikofaktor, Akne Inversa zu bekommen. Etwa 90 % der Betroffenen sind Raucher.

Gesicherte Diagnostik

Die Symptome der Erkrankung werden häufig von Ärzten falsch gedeutet. So wird im Anfangsstadium oft fälschlicherweise von Schweißdrüsenabszessen ausgegangen. Zuverlässigen Aufschluss über das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Akne Inversa kann letztlich einzig eine histologische Untersuchung (Gewebeuntersuchung) erbringen. Dabei können durch mikroskopische Verfahren die für Akne Inversa typischen Zellstrukturveränderungen nachgewiesen werden. Bei Fistelbildung sind zusätzlich zur Gewebeuntersuchung spezielle Röntgenmethoden (z. B. Röntgenkontrastuntersuchung) erforderlich, um das genaue Ausmaß der Ausbreitung der Erkrankung feststellen zu können.

Symptome und Verlauf

Im Anfangsstadium kommt es zu Verhornungsstörungen an den äußeren Haarwurzelscheiden und Talgdrüsen. Auf dem sich bildenden anormalen Hornmaterial finden Bakterien (häufig Staphylococcus aureus) hervorragende Lebensbedingungen. Der Bakterienbefall führt schließlch zu Entzündungen. Dadurch entstehen kleine, äußerlich Mitesser ähnelnde Verdickungen, die sich im weiteren, sich über Jahre hinziehenden Krankheitsverlauf zu tief sitzenden, schmerzenden Eiterknoten, Geschwüren und Fisteln von erheblichem Umfang entwickeln. Diese Gebilde werden häufig mit Furunkeln verwechselt. Häufig kommt es zu spontanen Entleerungen dieser Eiteransammlungen. Dabei werden talgige und eitrige, übel riechende Substanzen freigesetzt. Diese geleerten Entzündungsherde hinterlassen markante Narben. Die Erkrankung führt zu Bewegungseinschränkungen, Lymphknotenschwellungen, Druckempfindlichkeit und Schmerzen, die wiederum regelmäßig zu Schlafstörungen und Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlgefühls und der Leistungsfähigkeit führen. So kann bereits das durch die Naht an einer Unterhose verursachte Druckgefühl unerträgliche Beschwerden auslösen. An Akne Inversa Erkrankten sind oft nicht in der Lage, längere Zeit zu sitzen.

Hinzu kommen erhebliche durch die Krankheit verursachte psychische Probleme. Die Entstellungen durch die Narben und die Ekelgefühle durch die nässenden Eiterentleerungen wirken sich negativ auf das Selbstwertgefühl aus. Akne Inversa-Patienten haben als Folge ihrer Erkrankung nicht selten Probleme mit dem sozialen Umfeld. Sehr häufig leiden sie unter Depressionen.

Im Extremfall können als Folge von Akne Inversa Bakterien eine Sepsis auslösen. Langes chronisches Leiden kann auch zu Krebserkrankungen (u. a. Stachelzellkrebs) führen.

Behandlung

Bei sehr leichten Fällen von Akne Inversa können Maßnahmen, die Krankheitsausbreitung begünstigende Faktoren ausschließen sollen, manchmal zu einem Stillstand des Krankheitsverlaufs führen. Zu diesen Maßnahmen gehören die Vermeidung von die Haut reizender Faktoren wie enge Kleidung, Schweißbildung durch Sport oder Nassrasur.
Wichtig ist auch der Verzicht auf Nikotin sowie Gewichtreduzierung und das Waschen mit neutralen Waschlösungen.

Akne Inversa kann nur im Frühstadium und auch dann nur in Ausnahmefällen erfolgreich mit Antibiotika (Clindamycin, Rifampicin oder Monocyclin) konservativ behandelt werden. In der Regel wird durch Antibiotika der Krankheitsverlauf lediglich verzögert. Bei erkrankten Frauen sind Erfolge durch die Einnahme von Antiandrogenen (Hemmern von männlichen Sexualhormonen) erzielt worden. Zudem sollte die Medikamentengabe durch Reduzierung der Riskofaktoren Rauchen und Übergewicht sowie durch Behandlung der betroffenen Hautareale mit antimikrobiell wirkendenen Lösungen flankiert werden.

In fast allen Fällen sind aber letztendlich operative Eingriffe unumgänglich. Die medizinische Öffnung von Eiterherden kann zunächst Linderung bringen, ist aber nur von vorübergehender Wirkung und schiebt die operative Entfernung der betroffenen Hautflächen lediglich auf. Bei kleineren Hautentfernungen können die Wundrände rmiteinader vernäht werden. Bei größeren Flächen wird die Operationswunde entweder durch Verschiebung von gesunder Haut aus der unmittelbaren Umgebung abgedeckt oder durch Transplantation von Hautflächen verschlossen. Neueste Operationsmethode ist das Abtragen von entzündetem Gewebe durch Laser.

Bei frühzeitiger Behandlung kann vollständige Heilung erzielt werden. Je länger Akne Inversa aber unbehandelt bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit auch nach erfolgreicher Operation wieder auftritt.

Richtige Ernährung bei Akne Inversa

Die Reduzierung des Körpergewichts ist ein wesentlicher Faktor bei dem Kampf gegen die Akne Inversa. Dabei ist es auch wichtig, nicht nur auf bestimmte Lebensmitel zu verzichten, weil sie den Fettansatz fördern, sondern auch weil sie als Akne-Katalystoren gelten. So sollte der Konsum von Milch und Milchprodukten eingeschränkt werden. Und vor allem sollte auf hochglykämische Nahrungsmittel verzichtet werden, also auf Lebensmittel, die einen besonders hohen Anstieg des Blutzuckergehalts verursachen. Dazu zählen insbesondere süße Lebensmittel, aber auch Bananen, Kartoffelchips, Bier, Johannisbeeren-Nektar, gekochte Karotten und Kartoffelpüree

Sozialrechtlicher Status

Akne Inversa ist eine Krankheit, der in Deutschland auf Antrag der sozialrechtliche Status als anerkannte Behinderung eingeräumt werden kann. In sehr schweren Fällen kann der eingeräumte Grad der Behinderung sogar bei 100 % liegen.

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